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Wie Deutschmanns "Wie sagen wir's dem Volk?" auf der Höhe der Zeit bleibt

Der Freiburger Kabarettist Matthias Deutschmann muss sein Programm "Wie sagen wir’s dem Volk" ständig aktualisieren. Wie er das macht? Ein Interview. Von Alexander Dick

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BZ: Herr Deutschmann, die Tradition will es, dass Kabarettisten mit ihrem Programm über einen längeren Zeitraum an verschiedenen Orten auftreten. Doch ist das überhaupt noch möglich in aufgeregten Zeiten wie diesen mit einem derart hohen Ausschlag an Nachrichten und öffentlicher Erregtheit?

Deutschmann: Ein schönes stabiles Programm, das man mit kleinen Retuschen jahrelang spielen kann  –  das ist vorbei. Ich muss improvisieren und das mache ich gerne. Dafür ist das Programm dann aber auch Woche für Woche auf der Höhe der Zeit.

BZ: War das vor 30, 40 Jahren komplett anders?

Deutschmann: Nehmen Sie die SPD. Die wähnte sich  vor dreißig Jahren noch als ein  großer,  stolzer Tanker und Peter Glotz, als sozialdemokratischer Chefdenker warnte vor  schnellen Kurswechseln: "Wer das Steuer herumreißt, der bricht das Ruder!" Diese Zeiten  sind passè. Die SPD sitzt in ihrem  knallroten Gummiboot und paddelt ohne Peilung.   Martin Schulz wünscht die AfD auf den Misthaufen der Geschichte. Tatsächlich ist die AfD auf dem Misthaufen der Berliner Republik und ihrer Großen Koalitionen gewachsen.

BZ: Sind das goldene Zeiten für Kabarettisten, weil die Themen ja nur so auf der Straße liegen?  

Deutschmann:   Früher lagen die Themen auf der Straße, heute fliegen sie uns um die Ohren. Donald Trump  ist gut für das Kabarett. Weniger  gut für die Menschheit. Ein  Milliardär, der mit russischer Unterstützung via Facebook zum Schrecken des Establishments avancierte:  Mit ihm sind die Satireaktien gestiegen, es macht sich aber auch eine politische Ratlosigkeit breit: Wie kriegen wir die Kuh vom Eis? 

BZ: Was macht der Umstand  mit dem Kabarettisten? Macht er ihn trotziger. Oder immer ohnmächtiger? 

Deutschmann: Ein luzider Kritiker hat mich einmal als Discount-Adorno bezeichnet. Ich bin froh, dass ich diese Frage trotzdem  mit Adorno beantworten kann: " Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen." Brutalität und  Dummheit  verschiedenster Couleur verlassen ihre Brutstätten im Internet und machen sich auf der Straße breit. Angesichts dieser Entwicklung  bin ich vollmotiviert, trotzfrech, wenn Sie so wollen.

BZ: Hat das klassische Kabarett, das versucht, sich gegen die grassierenden Comedy-Politshows zu stellen, noch ein ausreichend großes Publikum, oder wird es immer mehr zu einem kleinen Biotop einiger Intellektueller?

Deutschmann: Das politische Kabarett kommt ursprünglich aus dem Keller, also daher wohin der Fernsehintendant zum Lachen geht. Da ist die politische Satire groß geworden. Das darf man nicht vergessen, wenn man in einer Mehrzweckhalle auf der Bühne steht. Comedy andere Baustelle!  Ich gehe mit Trump, Putin, Erdogan und Konsorten auf Tournee. Frau  Merkel  und  die Sollbruchstelle der Groko, Horst Seehofer, sind natürlich auch dabei. Interesse ist da und in Freiburg haben mein Programm inzwischen 6000 Leute gesehen. Ich kann mich nicht beschweren. 

Aktuelle Termine finden Sie hier ...



Piep, piep, piep, ich hab dich lieb

Matthias Deutschmann zur Oberbürgermeisterwahl in Freiburg

Kontextwochenzeitung


BZ-Gastbeitrag von Matthias Deutschmann

Morgen, Kinder, wird’s was geben!

BZ-Artikel vom 15.12.2017

Die FDP zieht in den Bundestag.

Die AFD zieht in den Reichstag.


Wie sagen wir's dem Volk ?
- das aktuelle Programm von Matthias Deutschmann

„Brillant formuliert und süffisant demaskierend wird Lächerliches an den Pranger gezerrt“ 
(Allgemeine Zeitung Mainz)

Spieltermine finden Sie hier ...



Deutschmann 2016

Der Mann mit dem Cello: Opus Dreizehn

„Wie sagen wir’s dem Volk?“  heißt das dreizehnte Programm des Freiburger Kabarettisten Matthias Deutschmann, der 1986 mit seinem Solo „Eine Schnauze voll Deutschland“ in den Ring stieg.

"Deutschland steht an einer gefährlichen Kreuzung. Von links kommt nichts, aber von rechts!"

Demokratie ist, wenn alle richtig wählen dürfen. Was aber wenn die Falschen wählen?  Demokratie ist ja nicht nur die Herrschaft des Volkes, sondern auch die Beherrschung des Volkes. Im besten Falle also Selbstbeherrschung. 


Deutschmann 2015

The Times They Are A Changin' (Bob Dylan)

Liebe Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts,

am 30. April 1980 hatte ich meinen ersten Bühnenauftritt bei einer Maifeier der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Freiburg.
Das ist jetzt ziemlich genau 35 Jahre her, verdammt lang her.

Unsere Kabarettgruppe hieß „Schmeißfliege“ und bezog sich auf den berüchtigten Auswurf von Franz-Josef Strauß: „Mit Ratten und Schmeißfliegen führt man keine Prozesse“! 1984 zerfiel das Studentenkabarett und ich setzte auf Solo.

Seitdem sind ein gutes Dutzend Programme entstanden, darunter auch bemerkenswerte Kooperationen mit Georg Schramm oder Leo Bassi. Ich möchte Ihnen heute ein neues Programm ankündigen, das am 27. Dezember im Freiburger Vorderhaus Premiere feiern wird. Der Titel steht noch nicht fest, aber an den Inhalten arbeite ich bereits mit Hochdruck. Über Themenmangel kann ich mich nicht beklagen.

Ich freue mich ab 2016 wieder auf Tour zu gehen!

Rote blaue Bühne

Pressestimmen zu Programmen von Matthias Deutschmann

Der Freiburger macht auch nach drei Jahrzehnten ein Edelkabarett, hinter dem nicht nur ein kluger, sondern brillanter Kopf steckt.
AZ, München
 
Wie immer hochintelligentes Polit‐Theater: bitterböse und auch gerne mal hart am Rande der Erträglichkeit, vorgetragen stets mit süffisant‐sonorer Stimme und messerscharf gesetzten Pausen. Einer der auf seine Art schon einzigartig ist.
Nürnberger Nachrichten

 

BZ-Gastbeitrag von Matthias Deutschmann

Spesenritter mit Streuselkuchen im Kopf

Matthias Deutschmann recherchiert in seinem BZ-Artikel, wie das Land Rheinland-Pfalz die Fusion der baden-württembergischen SWR-Orchester forciert hat.

BZ-Artikel vom 12.03.2014